Engagement wird erleichtert

 

Die Eva Meurer Stiftung informiert:

 

Gemeinnütziges Engagement kann durchaus mit eigenen, nicht unerheblichen steuerlichen Vorteilen verbunden werden. Zuwendungen an Stiftungen wie die Eva Meurer Stiftung können beim Finanzamt gegen Vorlage einer Zuwendungsbestätigung (früher: „Spendenbescheinigung“) als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden.

 

Die Eva Meurer Stiftung kann grundsätzlich von jeder Person Zustiftungen und Spenden annehmen, die aus jeder Art von Vermögenswerten (Geld und/oder Sachwerte) bestehen kann.
Zustiftungen sind Zuwendungen an bestehende Stiftungen, die zur Aufstockung des Stiftungsvermögens bestimmt sind. Zustiftungen können durch Rechtsgeschäft unter Lebenden oder von Todes wegen, also durch Testament oder Erbvertrag, erfolgen. Die Erträge aus Zustiftungen können im Sinne des Stiftungszwecks verwendet werden, wenn die ZustifterInnen nicht einen konkreten Zweck für die Verwendung der Zustiftung benannt hat, der allerdings im Rahmen des Satzungszwecks der Stiftung liegen muss. Vorteilhafter, und das nicht nur aus Verwaltungsgründen, sind jedoch Zuwendungen ohne Zweckbindung, da sie für alle Beteiligten einen geringeren Aufwand erfordern und der Stiftung ein höheres Maß an Flexibilität ermöglichen.


Im Gegensatz zu Zustiftungen sind Spenden Zuwendungen, die zur zeitnahen Verwendung bestimmt sind. Spenden sind am einfachsten zu realisieren und jederzeit formlos und in jeder beliebigen Höhe möglich. Spenden können auch als Sachspenden erfolgen, eine Zweckbindung ist ebenfalls möglich, sollte jedoch schriftlich festgelegt werden.

 

Durch die letzten Reformen des Stiftungssteuerrechts von 2007 („Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“) bzw. 2013 ("Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes") wurden die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für StifterInnen weiter verbessert und außerdem der Verwaltungsaufwand nicht nur für die Stiftungen reduziert.


Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Die unterschiedliche Höhe der Abzugsbeträge und die Differenzierung nach Zwecken ist aufgehoben und auf einheitlich 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte (ehemals 5 bzw. 10 %) angehoben worden. Dieser neue Spendenabzugsbetrag von 20 Prozent der gesamten Einkünfte ist „unbegrenzt vortragsfähig“, d.h. dass ein/e Spender/in die in 2011 geleistete Spende auch noch z.B. ins Jahr 2015 vortragen kann, wenn 2011 u.U. eineinkunftsschwaches Jahr war.
  • Weiterhin ist die in der Praxis nicht immer einfache Großspendenregelung ebenso entfallen wie der pauschale Sonderausgabenabzugsbetrag für Zuwendungen nach dem alten §10b EStG in Höhe von 20.450€.
  • Außerdem können zusätzlich zu den genannten Höchstbeträgen (20 %) inzwischen bis zu 1.000.000 € statt bisher 307.000 € an Zuwendungen in das Grundstockvermögen („Vermögensstock“) einer Stiftung eingezahlt und verteilt auf 10 Jahre steuerlich abgezogen, also „abgesetzt“ werden.
  • Mit der Anhebung dieses Sonderausgabenabzugs ist zudem der Anwendungsbereich insofern erweitert worden, als das der abgesetzte Betrag nun nicht mehr unbedingt – wie früher - im Gründungsjahr überwiesen worden sein muss. Der sog. Sonderausgabenabzug gilt somit auch für Zustiftungen, die erst nach Ablauf des Gründungsjahres einer Stiftung erfolgen. Verheiratete Paare können im übrigen diesen Betrag in Höhe von 1.000.000 € pro Ehegatte, also bei zusammen veranlagten Ehegatten insgesamt 2.000.000 €, geltend machen, ohne dass ein gesonderter Nachweis notwendig ist.
  • Die neuen Regelungen enthalten schließlich noch den Verzicht auf die Erfordernis einer amtlich vorgegebenen Zuwendungsbestätigung, wenn sie den Betrag von 200 € (bisher 100 €) nicht übersteigen, was zur Verringerung des bürokratischen Aufwands beitragen wird.

 

Sachzuwendungen, auch wenn sie - wie z.B. ein Mietshaus - der Einnahmeerzielung dienen und keiner zeitnahen Verwendungspflicht unterliegen, können weiter aus dem Betriebsvermögen der SpenderIn an steuerbegünstigte Stiftungen erfolgen, ohne dass ein Entnahmegewinn versteuert werden muss.

 

Eine Erbschaftsteuerbefreiung (§13 Abs.1 Nr.16b ErbStG) gilt im übrigen weiterhin. D.h. soweit Erbschaften oder Schenkungen innerhalb von 24 Monaten nach dem Erbfall bzw. der Schenkung
an eine steuerbegünstigte Stiftung weitergereicht werden, entfällt die Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer (ErbStG, §29 Abs.1 Nr.4). Eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Stiftung ist nicht erforderlich, ein handschriftliches oder notariell beurkundetes Testament reicht aus. Auflagen oder Zweckbindungen sind  allerdings auch hier möglich, an die die Stiftung im Fall der Annahme 30 Jahre gebunden ist. Danach erlischt –im Gegensatz zum schwer abänderlichen Stiftungszweck- eine testamentarische Zweckbindung.

 

Es kommt nicht darauf an, wie ALT man wird, sondern WIE man alt wird. 

(Werner Mitsch)

Weitere Informationen zum Download über die Eva Meurer Stiftung zur Förderung neuer Lebensformen im Alter und ihre Projekte.

 

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